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RWK 1922 e.V.

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Chronik des Vereins

 

Die Gründungszeit


Bürger der Stadt Rathenow suchten nach dem 1. Weltkrieg nach einer Möglichkeit, ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen und sich mit politisch Gleichgesinnten auszutauschen. Boten doch Sportvereine die einzige legale Möglichkeit sich in größeren Gruppen zu treffen. So wurde am 11.06.1922 der "Wasser-Sport-Verein Rathenow"" gegründet und am 7. August 1923 mit einer Satzung vom 23. April 1923 unter der Nr. 57 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Rathenow eingetragen. Es wurde geschwommen, gepaddelt, gerudert und gesegelt. Das erste Vereinsdomizil war ein alter Trockenschuppen der Ziegelei Heidepriem auf der Weinbergseite der Havel. In den Vorstand wurden der Gewerkschaftssekretär Paul Szillat, der Optische Arbeiter Wilhelm, Eberwein und der Maschinenschlosser Paul Peetz gewählt.
Im Jahr 1924 pachtete der Verein ein damals noch feuchtes und tieferliegendes Gelände an der Havel, um sich den Wunsch nach einem eigenen Sportgelände zu verwirklichen. Mit Schubkarren, Schaufel und Spaten wurde das Gelände aufgeschüttet und eine kleine Baracke mit Umkleideraum und "Getränkeecke" aufgestellt. Die Geschichte des Wassersportvereins an seinem heutigen Standort begann.
In den Jahren 1931 /1932 wurde der alte Trockenschuppen der Ziegelei auf das aufgeschüttete Gelände umgesetzt, der Bau eines Bootshauses wird vorbereitet und in 2 Etappen bis 1933 realisiert. Sowohl der alte Schuppen der Ziegelei als auch das Bootshaus werden heute noch genutzt. Zu diesem Zeitpunkt zählt der Verein 330 Mitglieder. Es waren 11 Paddelboote, 3 Canadier, 3 Motorboote, 6 Segelboote und 2 Ruderboote vorhanden, welche überwiegend selbst gebaut wurden. Zum Vereinsleben gehörten gesellige Abende ebenso wie Wanderungen und Bootsfahrten. Der Trainingsbetrieb wurde aufgenommen und erste Wettkämpfe mit anderen Vereinen ausgetragen. Seither ist allen Rathenowern das "Wassersportgelände" ein Begriff.

Die Nachkriegszeit und die DDR

Nach dem 2. Weltkrieg 1945 war zum einen Sport verboten und zum anderen, Vereinsgelände, Anlagen und Boote zerstört. Nur langsam begann sich das Leben zu normalisieren und so fanden die Bürger der Stadt auch wieder Zeit und Lust zum Sport.
Erst 1948 kommt wieder Leben in den Sport. Die Sportgemeinschaft "Freiheit" wird gegründet, darunter auch 59 Wassersportler.
Im Jahr 1949 wurde die Sportgemeinschaft umbenannt in "SG-Verwaltung" und das Wassersportgelände den 4 Abteilungen Kanu, Segeln, Schwimmen und Rudern zur kostenlosen Nutzung übergeben.
Die Instandsetzung der Gebäude und der Boote nimmt zu dieser Zeit sehr viel Zeit in Anspruch. Langsam begann wieder der regelmässige Trainingsbetrieb und erste Erfolge stellten sich ein. 1950 wird das erste neue Boot gekauft, ein K2. Im Jahr 1951 wird die "Betriebssportgemeinschaft Einheit Rathenow" gegründet, Kanu ist hier eine von 12 Sektionen.
1956/57 wird auf dem Vereinsfelände die Gaststätte Wassersport errichtet, 1960/61 ein neues Bootshaus und 1980/81 ein Sanitärgebäude gebaut. Allen Rathenowern ist der "Wassersport" bekannt und beliebt mit seinen Sporteinrichtungen, der Gaststätte und dem Freibad an der Havel für Freizeit, Sport und Geselligkeit. In den Jahren 1951 bis 1955 entwickelte sich in Rathenow eine Kanuslalom Gruppe. Fachleute entdeckten die "Großen Archen", ein Wehr in der Havel, als Stadion für den Kanuslalom. Es wurden 2 x DDR Meisterschaften und 1x gesamtdeutsche Meisterschaften im Kanuslalom ausgetragen. Der Trend nach mehr Wildwasser lies Rathenow jedoch an Bedeutung für diese Kanu Variante verlieren.
In der DDR Zeit wurde der Kanurennsport in Rathenow stark entwickelt. 1956 belegte der Verein in der Jahrespunktewertung des Kanuverbandes der DDR den 6. Platz. In den weiteren Jahren kamen DDR Meister und Bezirksmeister aus Rathenow und viele Sportler aus Rathenow belegten gute Plazierungen bei nationalen Wettkämpfen. Nicht zuletzt durch die vielen Erfolge wurde ab 1967 der Rennsport in Rathenow gefördert. Die Sektion Kanu der BSG Einheit Rathenow wurde Trainingszentrum im Bezirk Potsdam. Viele talentierte Sportler wurden seither hier entdeckt, gefördert und an die Sportschule nach Potsdam delegiert.

Die Zeit nach 1990

Mit der "Wende" und der Wiedervereinigung kamen Probleme auf den Verein zu, welche zu einem fast vollständigen Erliegen des Trainings- und Wettkampfbetriebes führten. Es fehlten einerseits materielle Unterstützung durch den Staat und die Betriebe, andererseits mussten sich die meisten vereinstragenden Personen und Übungsleiter beruflich komplett umorientieren. Die, die nicht aus Rathenow wegzogen, waren durch berufliche Qualifizierungen und unregelmässige Arbeitszeiten nicht in der Lage den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten.
So dümpelte der Rennsport bis 1993 vor sich hin, bevor man zunächst mit den eigenen Kindern einen Neuanfang wagte. In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Trainingskinder auf über 50. Neue Probleme galt es zu bewältigen. Es wurden 2 neue Bootsanhänger angeschafft (der Alte war nur durch LKW zu ziehen), der Kraftraum wurde rekonstruiert und das Sanitärgebäude saniert. Das Bootsmaterial war alt und nicht mehr zeitgemäss, neue / gebrauchte Boote wurden angeschafft. All diese Probleme wurden gemeistert und 1998 konnten wir mit Juliane Friedrich den 1. Titel auf gesamtdeutschen Meisterschaften einfahren.
Seither sind weitere große Erfolge auf nationaler Ebene erfolgt. Das Trainingsmaterial ist auf einen modernen Stand gebracht worden. Über den "Goldenen Plan Ost" konnte sogar ein Mehrzweckgebäude mit Sporthalle gebaut werden.​ Im Zuge der Bundengartenschau 2015 wurde unser Bootshaus und Fitness/Kraftraum komplett erneuert und im Dezember 2012 eingeweiht.

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